Schlafphasen Schlafzyklus

Schlafphasen Schlafzyklus

Ein oft verbreiteter Mythos über die Schlafphasen bzw. unseren Schlafzyklus ist dieser:
„Der Schlaf verläuft nach dem Einschlafen geradlinig abfallend bis zu seinem tiefsten Punkt, um dann langsam bis zum Erwachen am Morgen wieder anzusteigen.“

Dieser Mythos wird dadurch untermauert, dass die meisten Menschen glauben, dass eine längere Schlafdauer auch eine größere Erholung bedeutet.

Beide Behauptungen sind falsch und nicht wenige üben durch diese Unwissenheit Druck auf sich selbst aus und fördern dadurch ihre eigene Schlafstörung.

Doch was ist dann eigentlich richtig? Was muss man wissen, um seine eigene Schlafstörung besser begreifen und dadurch auch effektiver behandeln zu können?

 


Das Schlafprofil während der Schlafphasen

Das typische Profil unseres Schlafes ist geprägt durch fünf ausgeprägte Schlafphasen bzw. Schlafstadien. Diese Schlafphasen laufen in Schlafzyklen ab.

Nach dem Einschlafen treten zuerst die 4 typischen Stadien des sog. NREM (Non-REM)- Schlafes auf. Dazwischen  dann immer wieder die sog. REM-Phasen.

Schlafphasen Schlafzyklus 1
Schlafphasen bzw. Schlafzyklus

REM Schlaf, REM Schlafphase

Der REM Schlaf unterscheidet sich grundlegend vom NREM Schlaf, sodass man die Schlafphasen auch grob in die REM Schlafphase und die NREM Schlafphase aufteilen kann.
Der REM Schlaf ist geprägt durch eine Erschlaffung des Muskeltonus, d.h. unsere Muskulatur entspannt sich. Zudem treten hinter den geschlossenen Augenlidern schnelle Augenbewegungen auf (REM=rapid eye movement).
Diese schnellen Augenbewegungen beim REM Schlaf sind daher auch namens gebend für dieses Schlafstadium. In dieser Phase ist der Gehirnstoffwechsel auffällig gesteigert, auch steigt die Körpertemperatur signifikant an. Auch die Hirndurchblutung ist deutlich höher als in der NREM Schlafphase.
Während des REM Schlafs treten die meisten unserer Träume auf und da unser Gehirn dabei sehr aktiv ist, wird dieser Schlaf auch als paradoxer oder aktiver Schlaf  bezeichnet.
20%-25% unserer Schlafdauer verbringen wir im REM Schlaf. Diese Phasen nehmen im Verlauf des Schlafes zu.

Schauen Sie sich auch dieses Erklärvideo an (Quelle: youtube/Schlafonaut):

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NREM Schlafphase (non REM)

Der NREM Schlaf (=keine schnellen Augenbewegungen) wird in vier Schlafstadien eingeteilt, wobei die Stadien III und IV auch als Tiefschlafphase bezeichnet werden.
Das EEG (Gehirnstrommessung) zeigt gegenüber dem REM Schlaf (Alpha-Wellen) v.a. Delta-Wellen mit zum Teil hohen Amplituden. D.h. auch die Gehirnströme verändern sich und man kann die Schlafphasen durch ein EEG-Profil z.B. zur Diagnostik einer Schlafstörung gut bestimmen.
Das Stadium IV, also die größte Schlaftiefe erreicht man in den ersten 3 Stunden, die restliche Nacht nimmt die Schlaftiefe dann immer weiter ab. Das Stadium 4 wird nach den ersten 3 Stunden zumeist nicht mehr erreicht.

In dieser sogenannten Tiefschlafphase, sieht das das EEG gegenüber der REM-Phase wie oben schon erwähnt völlig anders aus. Es sind eher ruhige Wellenmuster mit wenig Hirnaktivität.

Hier beginnt unser Gehirn Erfahrungen und Lerninhalte vom Tag abzuspeichern, damit diese langfristig abrufbar bleiben.

Die erste Tiefschlafphase beginnt nach ca. 30-45 Minuten nach dem Einschlafen und dauert ca. 1 Stunde.
Nicht nur unser Gehirn, sondern auch unser Hormonsystem nutzt die Tiefschlafphase.

Es werden während dieses Schlafzyklus Wachstumshormone ausgeschüttet. Diese sehr wichtigen Hormone tragen maßgeblich dazu bei, dass unsere Zellen sich regenerieren und das Immunsystem gestärkt wird.

Es entsteht daher ein richtiger Anti-Aging-Effekt, der uns jung und fit hält.
Auch fällt das Stresshormon Cortisol und auch unser Blutdruck und Herzfrequenz ist in dieser Phase am niedrigsten.

Die Tiefschlafphasen ist daher die erholsamste und wohl wichtigste Schlafphase. Hier sind wir völlig besinnungslos und entspannt. Es fällt sehr schwer jemanden aus dieser Schlafphase heraus zu wecken.


Schlafqualität ist höher zu bewerten als die Schlafdauer

Um uns optimal zu erholen und die nötigen Stoffwechselvorgänge im Gehirn umzusetzen ist die richtige Aufteilung der Schlafphasen für uns Menschen sehr wichtig.

Kommt diese aus dem Ruder, sei es durch Drogen wie Alkohol oder auch durch eingenommene Schlafmittel, ist die Schlafqualität deutlich gemindert, auch wenn die Schlafdauer gleich bleibt.

Man kann dies z.B. nach einem zu hohen Alkoholkonsum beobachten: Man schläft  zwar lange aber erreicht nicht die optimale Verteilung der Schlafphasen.
Dadurch sinkt die Qualität des Schlafes ab und Sie fühlen sich am nächsten Tag wie gerädert.

Für all diejenigen, die also nur auf die Schlafdauer achten und meinen, dass sie zu wenig geschlafen hätten, kann man unter Umständen Entwarnung geben. Fühlen Sie sich trotzdem ausgeschlafen und haben Sie keine Einschränkungen in Ihrer Lebensqualität, sind Sie womöglich ein sog. Kurzschläfer, der die kürzere Schlafzeit durch z.B. längere Tiefschlafphasen kompensiert.


Schlafphasenwecker – Die Lösung?

Werden wir aus einer tiefen Schlafphase mit Hilfe eines Weckers quasi aus dem Schlaf gerissen, wird man sich in der Regel völlig unausgeruht, müde und matt fühlen, auch wenn man eigentlich ausreichend viele Stunden geschlafen hat.

Ein Schlafphasenwecker könnte für dieses Szenario die Lösung sein.
Schlafphasenwecker ermitteln genau die Zeit, die auf eine REM-Schlafphase fällt, während der wir eh schon fast wach sind.

Werden wir während einer solchen Schlafphase geweckt, fühlen wir uns wesentlich ausgeruhter und finden sehr viel besser in den Tag.

Es lohnt sich also durchaus, vor allem bei Menschen, die nur schwer morgens wach werden, sich einen Schlafphasenwecker zuzulegen.

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Schlafphasen und Schlafzyklus
Zusammenfassung
Schlafphasen und Schlafzyklus
Beschreibung
Beschreibung der einzelnen Schlafphasen und deren Bedeutung für einen gesunden Schlaf.
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Tipps zum Einschlafen
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